Pferdehilfe-pro-Equine e.V .
...einfach nur Pferd sein

Ihr Lieben,

hier ein kleiner Jahresrückblick der Pferdehilfe – das Jahr 2020  ... Ein Verein für alte Pferde


Alter Schwede, war das ein seltsames Jahr für auf dieser Welt. Was würde wohl Douglas Adams dazu sagen. Hammer, hätte der ein Futter. Aber nun gut, an der besagten Fressstelle bedienen sich ja nun viele andere und ich muss sagen, die übertreffen meist noch meine kühnsten Vorstellungen eines Douglas Adams – Buches. Aber ganz klar: Die Covid-Pandemie hat ihre Spuren nicht nur im alltäglichen Leben hinterlassen,  auch im Bereich der Pferderechtsarbeit musste sie uns allen auf den Gehweg kacken. Eine Tretmine nach der anderen...

Wir wurden dieses Jahr – wie so viele – ordentlich ausgebremst und waren heilfroh, dass wir derzeit einen nicht so hohen, dauerhaften Pferdebestand durch die Zeit bringen mussten, wie es die letzten 15 bis 20 Jahre der Fall war. Unsere Arbeitsweise hat sich in den letzten zwei Jahren aufgrund notwendiger finanzieller & räumlicher Einsparung den zukünftigen, realistischen Möglichkeiten angepasst. Im Fokus unserer Arbeit steht aber weiterhin die Notfallhilfe für alte Pferde, die Direkthilfe für Veterinärämter und Privatpersonen mit „Pferde-Notfällen“, die Öffentlichkeitsarbeit rund um das Pferderecht wie auch die Bildungsarbeit rund um die Pferdegesundheit mit vielen, wunderbaren Experten an unserer Seite.

In meinem Fokus steht darüber hinaus grade noch das berufliche Überleben und die Tatsache, dass es super von mir wäre, würde ich mir nicht immer noch ne Kippe anzünden um das alles besser zu kanalisieren.  Wir konnten dieses Jahr wieder so einige alte Pferde aus Notfallsituationen in ein neues Leben begleiten und - nebst einer Starthilfe - auch das Versprechen der weiteren Betreuung mitgeben. Diese Arbeit ist und bleibt für alle Pferdeschutzvereine ein Fass ohne Boden und wir rechnen leider auch für das Jahr 2021 mit einer Zunahme der Notfälle aufgrund der wirtschaftlichen Schräglage.  "Naja, irgendwas is ja immer" (würde eine gewisse befreundete Dame nun zu mir sagen).



Wir haben jedenfalls die Begleitung von Menschen mit alten (und schlecht) situierten Pferden weiter ausbauen können, so dass der sog. „akute Tierschutzfall“ in diesen Fällen gar nicht zustande kam und somit durch präventive Arbeit verhindert werden konnte. Eine für uns ganz wichtige Arbeit. Ich weiß, klingt nicht so spektakulär wie „Pferderettungsaktion in letzter Sekunde“. Wir sind jedes Mal froh drum. 



Die Vortrags- und Seminararbeit stand auch bei uns trotz großer Pläne eher still und spielte sich in kleinen Teilen im www ab. Wir hoffen, dass wir unsere vielen Ideen und Visionen in diesem Bereich bald wieder ausbauen und verwirklichen können.  Zugegeben, ich kann mich nicht so ganz an die virtuelle Arbeit gewöhnen und bin da auch nicht sonderlich talentiert. Weiterhin muss ich gestehen, dass mich selbst schon das derzeitige Überangebot im Netz regelrecht erschlägt, auch wenn ich weiß, dass die Anbieter nicht mehr die Wahl haben Ihr Wissen & ihre Arbeit anders zu platzieren. 

Wir schauen vielleicht etwas sorgenvoll auf das nächste Jahr, haben aber Hoffnung & Ehrgeiz alle Möglichkeiten wahrzunehmen, um wieder effektiv arbeiten zu können. An Ideen, Visionen, einer gewissen Sturheit im Bereich Durchhaltevermögen, den nötigen „Eiern inner Hose“ und auch am Bedarf da draußen wird es zumindest nicht mangeln. 


BTW: Wir wurden gefragt, warum unser kleiner, sehr feiner Verein nicht mehr auf Wachstum ausgelegt ist. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, das hier kurz zu erklären. 

Jau, wir haben es vor langer Zeit versucht, tatsächlich, aber nicht die dafür notwendige Menge an ernsthaft interessierten Menschen, Ehrenamtlichen, Sponsoren, Mitgliedern, Tierpaten und Fördermitgliedern gefunden. Ein großer Bestand an Tieren und die gleichzeitig wichtige Aufklärungsarbeit draußen in der Pferdewirtschaft erfordern 365 Tage im Jahr höchsten Arbeitseinsatz, strikte Budgetkontrolle, unermessliche Konzentration, Frusttoleranz wie auch Kraft. All das kann nicht dauerhaft auf einer Handvoll Menschen abgeladen werden, die sich mit der Zeit dann zwangsläufig immer weiter auspowern. Wenn man in jedem Bereich qualitativ beste Arbeit leisten möchte und einen dementsprechend hohen Anspruch daran hat, wird die Qualitätssicherung dessen zum echten Drahtseilakt, sobald man sich auch nur einen Hauch übernimmt.











Ich wollte die Pferdehilfe davor schützen weiter auszubrennen, sich dauerhaft zu viel zuzumuten, sich selbst finanziell ein Grab zu schaufeln oder die Quantität vor die Qualität der gesamten Arbeit zu setzen. Genau das wäre passiert und genau das könnte ich mir nicht verzeihen. Wir arbeiten gerne hart und effektiv, qualitativ auf höchstem Niveau, mit Herz & Verstand, Wissen & Erfahrung, Achtung & Respekt und erwarten von uns selbst, dass das Ergebnis für jedes Pferd das Bestmögliche ist. Also doch lieber überschaubar und gut. 

Du hast eine Aufgabe zu erfüllen. Du magst tun was du willst, magst hunderte von Plänen verwirklichen, magst ohne Unterbrechung tätig sein – wenn du aber diese eine Aufgabe nicht erfüllst, wird alle deine Zeit vergeudet sein.“ Rumi

Wir sind allerdings überzeugt davon, dass auch die Arbeit Weniger über uns hinaus Früchte tragen kann, zum Nachdenken anregt, Menschen achtsamer machen kann und so ihre Saat auswirft. Vielleicht hinterlassen wir ja auch im Kleinen hier & da neue Blickwinkel, Aha-Momente, Bereicherung, erweiterten Horizont und somit ein Meer an Möglichkeiten der Veränderung.


Was wir uns allerdings noch wünschen: Ein paar Gleichgesinnte in NRW wären cool. Gleichgesinnte, die unsere Art & Weise der Maloche schätzen und gut heißen, die Teil dessen werden möchten und zum Beispiel tatsächlich innerhalb einer Pro-Pferd geführten Pferdehaltung einen pferdegerechten, altersgerechten, liebevollen, achtsamen, verantwortungsvollen und sicheren Dauerpflegeplatz für einen Pferdesenior anbieten können. Eigentum und Unkosten-Übernahme des jeweiligen Pferdes ist natürlich unsere Verantwortung. Ziel ist es, ein paar alten Pferden mit gemeinsamer Arbeit & Kraft einen schönen Lebensabend zu verschaffen... ungeschminkt und konsequent. Wie oft wurde ich gefragt, woher man denn im heutigen Spenden-Dschungel wissen sollte, dass die eigene Spende auch wirklich dorthin geht, wo man sie gerne hätte...direkt zum Tier. Hier wäre nun die ernste Möglichkeit, genau das zu erschaffen. Schaffen wir doch einfach gemeinsam und transparent ein paar tolle Rentnerplätze! Zusammen geht das besser. Ihr seid in NRW und könnt Euch das vorstellen? Dann gerne melden. 

Bedanken möchten wir uns aus tiefstem Herzen bei allen Pferdefreunden, Experten, Mithoffern, Mitmachern und Lesern, die nicht aufhören uns den richtigen Rückenwind zu geben. 

Ein ganz besonderes DANKE gilt hier unseren Pferdepaten & Mitgliedern, unserem Sponsor der Tierhilfe Direkthilfe e.V. (ohne Euch geht nix!), unserem blendenden Tierarzt-Team:  Dr. Dirk Schellhoff, Susanne Kloß, Niels Kjaergaard & Lenka Bartsch, unseren tollen und stets bemühten Amtsveterinären, unserer Ethologin & Freundin Dipl. Biol. Marlitt Wendt und der wunderbaren Claudia Sanders (Fair zum Pferd- Campus). 




Last but not least ein großer, inniger Dank an all die Pferde da draußen, die uns so viel lehren, uns soviel zurückgeben und jeden Tag mit ihrer Natur im Hintergund dafür sorgen, dass wir nicht aufhören möchten. 

Und nun quatschen wir Euch nicht weiter voll, wünschen Euch trotz aller seltsamen Umstände wunderschöne Weihnachtstage mit Euren Lieben, einen sanften, aber mutigen Rutsch ins neue Jahr und eine richtig fette Portion Gesundheit, Wildheit und Achtsamkeit.  


Alles Liebe, bleibt uns gewogen

Nico und das kleine Team der Pferdehilfe