Pferdehilfe-pro-Equine e.V .
...einfach nur Pferd sein

Ein Kommentar der unbeliebt macht

Möge man mich als „Nestbeschmutzer“ zerfleddern, nur zu...


Wir erhalten stetig Notanfragen (Pferde, Pferde,Pferde) und ein Ende ist nicht in Sicht. Warum wir oft ablehnen müssen, dürfte klar sein. Es fehlt an Kapazität und am nötigen Geld, denn wir wissen wie teuer eine kompetente Rehabilitation eines sog. „Notpferdes“ ist. Dafür fehlt es nach wie vor an genügend Menschen, die bereit sind ein derartiges Projekt dauerhaft zu unterstützen und zu tragen. Weiterhin wissen wir nie wie lange Pferdenotfälle bei uns bleiben, manche sind unvermittelbar und erhalten einen Lebensplatz, manche benötigen eine recht lange körperliche oder psychische Starthilfe. Letztlich ist die Vermittlung von geretteten Pferden, die man mit viel Einsatz rehabilitiert hat auch nicht einfach. Es fehlt an guten und „sicheren“ sowie pferdegerechten Endstellen.

Umso besorgter – nein, aggressiv, wütend und fassungslos - macht mich der Blick auf so einige Gruppierungen, die sog. „Pferdeschutz“ betreiben. Ganz ehrlich: Mir zieht es geradezu die Schuhe aus hinsichtlich des Treibens, bei dem ich mich ketzerisch frage: wer rettet nun die Pferde vor den Rettern? Was meine ich damit genau? 


 



Es wird gerettet was vier Beine hat …

Ich sehe oft gerettete Pferde, deren diverse Leiden so degenerativ sind, dass ich selbst gerne sofort die Erlösung bieten würde. Denn das ist es was diese Tiere mitunter brauchen. Nichts anderes….

Es wird gerettet ohne Plan oder kompetente Pflegestelle...

Es werden Pferde gesammelt, die man weder adäquat noch pferdegerecht unterbringen kann. Selbst eine Kurzzeitpflege an anderem Ort für z.B. ein paar Tage ist nur dann denkbar, wenn das dafür gleich mehrfach transportierte Pferd das A) leisten kann und B) danach eine Reha  sichergestellt ist.



Es wird gerettet ohne einen einzigen Euro auf der Hand...

Ich bin die Letzte, die etwas gegen Spendenaufrufe hat, die im Übrigen sinnvoll und wichtig sind, denn ich halte Tierschutz für eine gesellschaftliche Aufgabe, die man miteinander im Verbund leisten kann und muss. Tierschutz und Tierrecht sind Erziehung zur Menschlichkeit und somit eine gesellschaftliche Verpflichtung. Manche können die Arbeit leisten und haben die Sachkunde, manche leisten ihren Beitrag durch eine Spende und/ oder Patenschaft. ABER: wenn man ein Tier irgendwo rettet, trägt man unmittelbar die volle Verantwortung und sollte sichergestellt haben, dass man diese auch tragen kann und will..

Es wird gerettet ohne jegliche Reha... vom Regen in die Traufe

Ganz häufig werden Pferde eingesammelt, befinden sich in einem schlechten Zustand und werden dann allerhöchstens weiter „verwahrt“. Therapeutische Leistung & Betreuung: Fehlanzeige. Im schlimmsten Fall werden eigentlich notwendige Maßnahmen aus oben genannten Kostengründen schlicht ignoriert oder es fehlt das notwendige Fachwissen um diverse Erkrankungen zu behandeln oder gar festzustellen. Wenn man die notwendige Sachkunde nicht hat, sollte man sich nicht mit so einer Aufgabe befassen. Wenn man Tiere sammelt ohne sie zu fachgerecht zu behandeln, ist man ein Täter mit einem hilflosen Opfer, kein Retter. 








Es wird gerettet und dann verschachert...

Mir begegnen nicht wenige selbsternannte Pferderetter, die gerne und freudestrahlend in Not geratene Pferde aufnehmen, um sie nach kurzer Zeit durch die Hintertür wieder an den Nächsten zu verschachern. Gerne werden chronisch kranke Pferde dann kurzfristig zumindest optisch wieder einigermaßen hergestellt und an Laien verkauft/ vermittelt. Probleme vorpogrammiert...

Es wird gerettet und verbraucht...

Auch zu oft gesehen: Höfe oder Gruppen, die Pferde retten und sie dann sofort in eine wirtschaftliche Nutzung zu setzen. Versehrte Pferde arbeiten, um sich ihr „Gnadenbrot“ (Unwort des Jahrzehnts) ab dem Zeitpunkt der Rettung zu verdienen, da sie auf anderem Wege nicht zu tragen sind. Unpassendes Zubehör, schlechtes Futter gehören gerne zur Tagesordnung, fachfremde und/ oder minderjährige Menschen werden zu Aufsichtspersonen und eine therapeutische Versorgung oder pferdegerechte Haltung ist nicht annähernd gewährleistet.

Wir beschäftigen uns nun schon mehr als zwei Jahrzehnte mit aktiver Pferderettung, mit sachkundiger Reha von Pferden. Auf diesem Weg durch die Pferdewirtschaft begegnet einem das alltägliche Leiden der Tiere an jeder Ecke, seien es körperliche oder psychische Leiden, chronische oder akute. Gegenüber dem Pferd bleibt der Mensch nun einmal ein Gewohnheitsverbrecher. Umso trauriger, dass wir oft sehr unrühmliche Erfahrungen mit vielen anderen „Pferderettern“ machen. Unser tiefer Dank gilt den guten Pferdeschutzvereinen, die ihre Arbeit sehr ernsthaft, gewissenhaft sowie kompetent betreiben. 



Ich bitte daher immer wieder: Wenn Ihr ein Pferd abgeben müsst und dafür Tierschutzkreise bemüht: Seid vorsichtig, prüft ausreichend und gebt niemals leichtfertig die Verantwortung für ein Pferd ab. Legt mit Bedacht fest wen Ihr unterstützt und wen nicht. Seid wachsam, nicht nur innerhalb der gesamten, teils verbrecherischen Pferdeindustrie, sondern auch im sog. „Pferdeschutz“. 

Jedes Pferd sollte es ganz selbstverständlich wert sein…

Eure Nico




Der gepflegte 

Mittelfinger....

den wollte ich schon immer mal online setzen 



...ob sich diverse Menschen jetzt auf die Füsse getreten fühlen.

Das musste mal raus